von Daniel Popp | 13. Sep 2018

ERP Software - zentraler Hub.

Die digitale Transformation stellt Unternehmen organisatorisch und technisch vor neue Herausforderungen. Um einen bestmöglichen Service zu bieten richten die Unternehmen ihre Prozesse konsequent auf den Kunden aus. Damit verbunden sind die Aufgaben von Prozessoptimierung und vor allem -automatisierung.

Noch vor Jahren lag der Fokus einer ERP Lösung auf dem Abbilden der internen Prozesse. Das Augenmerk liegt auf der gesamten Supply Chain bis in die Finanz- und Betriebsbuchhaltung und die einfache Anbindung an Webshops, Portale sowie EDI Anbindungen folgten. Und wo stehen wir heute? Wir merken, dass die Firmen damit beschäftigt sind, wie ein grosser Teil des Datenaustausches zwischen mehreren Firmen digital erfolgen und damit automatisiert werden.

Bei unseren Kunden erleben wir, wie durch moderne App Technologien Aussendienstmitarbeiter, Kunden, Partner und Lieferanten in Unternehmensprozesse eingebunden werden und so allen Beteiligten einen erheblichen Mehrwert bieten - vor allem mehr Effizienz. Prozessinformationen können auf Knopfdruck abgefragt werden und falls gewünscht und erlaubt, kann per App in den Prozess eingegriffen werden. Der Gedanke "ERP als zentraler Hub" setzt sich immer stärker durch.

Industrie 4.0 ERP Software Microsoft Dynamics NAV
ERP das Herzstück der Digitalisierung?

Wir erleben, dass in fast allen Branchen der Kostendruck zunimmt und die Produkte immer vergleichbarer werden. Suchen Sie selber auch nach neuen Möglichkeiten, wie Sie sich von Ihren Mitbewerbern abgrenzen können? Vielseitige Möglichkeiten bieten hier die technischen Veränderung und damit das Internet und vor allem auch die Möglichkeiten vom Web 2.0 als die treibende Kraft der Digitalisierung.

"Collaboration" ist das neue Schlagwort und beschreibt ein durchgängiges Kundenerlebnis von der Bestellung auf einer Internetseite bis hin zur Auslieferung des Produkts inklusive der Logistik und dem Reklamationswesen. Die Kunden werden auf dem gesamten Prozess digital begleitet und über Push Nachrichten über den Stand der Lieferung informiert oder kann diese auf Wunsch abfragen.

Die Bedürfnisse der Kunden und vor allem der jungen Generation, die in der Geschäftswelt immer mehr Fuss fassen, verändert sich. Das macht das Gestalten von neue Geschäftsmodellen, Absatzkanälen und automatisierten Prozessen möglich. Welche generellen Potentiale sollten Sie darum prüfen?

  • Die Digitalisierung in der Supply Chain und damit das Zusammenführen von Maschinen-, Produkten-, Kunden- und Auftragsdaten hilft Ihnen die Prozesse zu automatisieren.
  • Die Digitalisierung von Prozessen und von Produkten hilft Ihnen neue Einnahmequellen von Dienstleistungen zu erschliessen.
  • Das Anbinden von Kunden und Partnern hilft Prozesse angenehmer zu gestalten, Personen zu binden und Erlebnisse zu schaffen

Das Ihrem Unternehmen diese Transformation in die Digitalisierung umsetzen kann, braucht es als zentraler Hub eine moderne ERP Lösung, die diese Veränderungen auf einfachste Art und Weise nachhaltig ermöglicht.

Was sollten Sie beachten?

Die digitalen Integrationen nehmen von Tag zu Tag zu. Nutzen Sie die Chance für Ihr Unternehmen und bauen Sie diese auf einer technisch modernen ERP Lösung aus. Wählen Sie einen finanzkräftige Software Partner wie Microsoft, SAP oder Oracle, die ihre ERP-Lösungen permanent weiterentwickeln und auf einem technischen aktuellen Stand halten. Dies hilft Ihnen bei der Umsetzung aber auch die wiederkehrenden Ausgaben tief zu halten und Ihre Investition zu schützen.

Warum ist dies so wichtig? Wenn Sie Ihre Integrationen auf einer technisch veralteten Lösung aufbauen, so sind die technischen Anpassungen sehr aufwendig und teuer in der Umsetzung.  Ihre Investition soll natürlich geschützt werden und ein Wechsel auf eine moderne Umgebung ist aufgrund der Abhängigkeiten und der Komplexität der Anbindungen schwer.

Welche Fragen sind zu klären?

  • Welches System wähle ich als zentraler HUB?
  • Welche Prozesse werden über diese Lösung abgebildet?
  • Big Data: Wo speichere ich allfällige IoT Daten und wie verknüpfe ich diese mit dem zentralen ERP HUB und z.B. mit dem Servicemodul?
  • Wie stelle ich die unternehmensübergreifenden Zugriffe sicher und verwalte diese professionell?
  • Bei internationalen Firmen: Prüfen der rechtlichen Grundlagen inkl. Rechnungslegung etc.
ERP System Anbindungen
Anwendungsbeispiele von ERP Lösungen als zentraler HUB

Bereits heute ist der Lösungsansatz «ERP Lösungen als zentraler HUB» stark verbreitet. Rund zwei Drittel unserer Kunden haben sich mit diesem Thema beschäftigt und im Zusammenhang mit ERP als zentraler Hub folgende Lösungen implementiert:

  • Anbindung von Webshops und Portalen sowie EDI für e-commerce
  • Industrie 4.0, Maschinenanbindungen
  • Integriertes DMS – durchgängig in einzelnen Prozessschritten oder Projekt. Aber auch Integrationen in Portale wie z.B. Onedrive, Dropbox oder Google Docs werden immer häufiger realisiert
  • Logistikanbindungen (inkl. Paket Tracking) mit Infofluss in die ERP-Lösung. Was unseres Erachtens immer mehr kommt, ist die «Same Day Delivery» von verschiedenen Lieferarten nach Hause, ins Geschäft oder an eine Abholstelle wie z.B. eine Tankstelle
  • Voll integrierte Aussendienstmitarbeiteranbindung (z.B. die Firma Nahrin, die mit Microsoft Dynamics NAV die gesamten Prozesse inkl. Aussendienstmitarbeiteranbindung abbildet)
  • Durchgängigkeit / Rückverfolgbarkeit eines Produktes – Identifikation des Produkts (Produktion, Rüsten, Logistik, Verpackung – Paket Tracking) vom Einkauf über die Verarbeitung bis zur Logistik und folgend in den Service
  • Zentrales Kundencockpit: 360 Grad Kundensicht inkl. Aktivitäten, Besuchsberichte, Offerten, offene Debitoren etc.
  • Internationale Rollouts mit zentralen Adress- und Artikelstämmen
Wohin geht die Reise? Anwendungsbeispiele von morgen.

Welches sind gemäss unserer Einschätzung die nächsten Schritte und welches sind die Anwendungsbeispiele von Morgen?
«Predictive Maintenance» - vorausschauende Wartung von Systemen, Anlagen etc. gewinnt aufgrund der Kundenbindung und der Erweiterung von Dienstleistungen zunehmend an Bedeutung. Damit dies möglich wird, muss 1. die Anbindung von IoT Geräten sichergestellt und 2. die Auswertung und Verdichtung der generierten Daten mit einem vordefinierten Regelwerk hinterlegt werden.

Diese verdichteten Daten müssen in die ERP Lösung fliessen, damit die optimale Ressourcenzuteilung, Ressourcenplanung, Routenplanung für den Servicetechniker erstellt werden können. Dazu gehören selbstverständlich das Bereitstellen von Reparaturanleitungen, Pläne und andere Dokumente
Die integrierte Kommunikation von Aussendienstmitarbeitern wird uns auf dieser Reise ebenfalls begleiten, je nach Prozessschritt kann ich aus der ERP-Lösung Telefonieren, Mailen oder SMS schreiben. Dies unterstütz die Zusammenarbeit im Team und steigert die Effizienz.

Mit Big Data kommt auch die Datenerhebung, kommen Trendberechnungen und die künstliche Intelligenz. Ein grosser Teil dieser Daten kommt aus dem ERP und muss für weitere Prozessschritte in der Lösung weiterverarbeitet oder in einem Reportingtool wie Microsoft Power BI dargestellt werden können. Dies erlaubt das Aufrufen von Daten auf Knopfdruck, hilft einem Mitarbeiter bei Fällen von komplexen Entscheiden und erhöht die Auskunftsbereitschaft in den einzelnen Prozessschritten (z.B. Verkaufspreise, Liquidität, Absatzprognose, Lagerverfügbarkeit).

In der Zukunft werden nicht nur Daten auf diesem Weg erhoben, sondern auch Bilder. Wir sprechen in diesem Fall von einem kognitiven Services – einem Set von Bildern, die kategorisiert werden müssen. Als Beispiel: Suche mir in der Datenbank alle Bilder von unserem bestehenden Produktesortiment, die vom Aussehen her zu 80 % mit unserem neuen Produkt übereinstimmen.

Agiert das CRM auch als zentraler Hub?

Bis jetzt haben wir vom ERP als zentraler HUB gesprochen. Natürlich kann auch eine CRM Lösung als zentraler HUB dienen und auch hier besteht die Möglichkeit der Integration von Services, Anbindung von Aussendienstmitarbeiter oder der Kundenintegration. Wenn Sie sich entscheiden müssen, ob Sie ihre ERP oder eine CRM Lösung als Zentraler Hub aufschalten, dann sind die folgenden Punkte zu beachten:
Überwiegen die strukturierten oder die unstrukturierten Daten? Bei den strukturierten (Facts & Figures) sprechen wir vom Aufbau in einer ERP Lösung und bei den unstrukturierten – z.B. Kundenbeziehungspflege mit Aktivitäten wie Mails, Telefonaten, Besuchsberichte, Termine – von einer CRM Lösung. Die Wahl in eine Richtung erfolgt aufgrund von unterschiedlichen Bedürfnissen. Wichtig ist, dass der gewählte Ansatz jeweils konsequent durchgezogen wird.

Daniel Popp
Daniel Popp
Leiter Marketing & Kommunikation